Sound & Science: Ergebnisse Besucherbefragung zu Musik und Humor
Genau dieser Frage ist die diesjährige Ausgabe der »Sound & Science«-Reihe unter dem Titel »Humor-Labor« am 29. Mai nachgegangen. Dafür wurden 135 Besucherinnen und Besucher beim Hören von acht ganz unterschiedlichen Musikstücken befragt, ob sie diese überraschend, humorvoll, skurril, spannend oder lustig fanden.
Die Ergebnisse zeigen: Humor in der Musik lebt vor allem vom Überraschungsmoment. Je stärker ein Musikstück etablierte Hörerwartungen durchbrach, umso humorvoller, spannender und skurriler wurde es wahrgenommen. Schröders Eine kleine Lachmusik, Schostakowitschs Polka und Schulhoffs dadaistisches In Futurum, das ausschließlich aus notierten Pausen besteht, wurden als überraschend und zugleich als humorvoll und lustig erlebt.
Gleichzeitig wurden zeitgenössische Werke zwar als stark skurril wahrgenommen, jedoch nicht unbedingt als humorvoll, sondern als langweilig bewertet. Musikalischer Humor entsteht folglich nicht zwangsläufig durch absurde, avantgardistische oder modernistische Tendenzen. Vielmehr wirkt Musik dann humorvoll, wenn Erwartungen aufgebaut, überraschend durchbrochen und kreativ neu interpretiert werden.
Die Vertrautheit mit klassischer Musik spielte dabei keine entscheidende Rolle. Musikalischer Humor scheint somit erstaunlich universell zugänglich zu sein.
Neben der Befragungsstudie führten die Dresdner Musikfestspiele in Kooperation mit der Technischen Universität Dresden eine stichprobenartige EEG-Untersuchung durch. Dabei wurde untersucht, ob sich die Wahrnehmung von humorvoller und emotional bewegender Musik auf neurophysiologischer Ebene unterscheidet. Die Ergebnisse zeigen, dass humorvoll erlebte Musik mit einer Verringerung der Alpha-Aktivität einhergehen könnte. Dies könnte darauf hindeuten, dass humorvolle Musik die Aufmerksamkeit der Zuhörenden stärker fordert als emotional bewegende Musik und sie aktiver in das musikalische Geschehen einbindet. Humorvolle Musik wäre damit nicht nur ein unterhaltsames, sondern zugleich auch ein kognitiv anregendes Erlebnis.
