Thema 2010
»Russlandia« könnte ein musikalisches Werk heißen. Es könnte von den Weiten der russischen Wälder, den Tiefen der russischen Seele oder einer Geschichte von Dostojewski oder Tolstoi handeln. Wir haben unter diesem Titel eine einzigartige Werkschau für Sie zusammengestellt, eine Momentaufnahme der lebendigen russischen Musik mit all ihren Facetten. Tschaikowsky, Strawinsky, Schostakowitsch – sie alle haben die Stimme ihrer Heimat mit Einflüssen des Westens kombiniert und so die ganze Welt mit ihrer Musik erreicht. Auch heute sind die Signale, die russische Interpreten, Orchester und Dirigenten in die Welt senden, wieder außergewöhnlich stark.
Das Mariinsky-Theater der Dresdner Partnerstadt St. Petersburg unter seinem umtriebigen Maestro Valery Gergiev hat sich in den letzten Jahren zu einem neuen kulturellen Zentrum im Osten entwickelt, und unser »Orchestra in Residence«, das Russische Nationalorchester, hat die Moskauer Orchesterlandschaft neu geordnet. Aber selbst in der »Neuen Welt« sind vielfältige Impulse aus dem Osten zu finden. So hat in Pittsburgh das ausgezeichnete Orchester, das während des 2. Weltkrieges von Fritz Reiner zum Weltklasse-Ensemble geformt wurde, starke osteuropäische Einflüsse, wurde es doch vor allem durch jüdische Einwanderer geprägt. Und so endet »Russlandia« nicht zufällig mit Klezmer und schließt damit den Reigen der musikalischen Vielfalt aus Osteuropa. Mit der Reihe »200 Jahre Schumann« würdigen wir darüber hinaus den runden Geburtstag Robert Schumanns, dessen längste, weiteste und exotischste Konzertreise im Übrigen – im Jahre 1844 – nach Russland führte.
