Künstler
Wiener Sängerknaben
Die ältesten Hinweise auf eine Wiener Hofkapelle stammen aus dem dreizehnten Jahrhundert. Vor mehr als einem halben Jahrtausend, im Jahr 1498, verlegte Kaiser Maximilian I. seinen Hof und seine Hofmusik von Innsbruck nach Wien. Er ordnete ausdrücklich an, dass sich unter den Musikern auch sechs Knaben befinden sollten. Damit waren die Weichen für die Entwicklung der Wiener Hofmusikkapelle, der Hofsängerknaben und in Folge der Wiener Sängerknaben gelegt. Bis 1918 musizierte die Hofmusikkappelle ausschließlich für den Hof, bei Messen, privaten Festen und zu Staatsanlässen.
Heute gibt es rund 100 Wiener Sängerknaben zwischen zehn und vierzehn Jahren, aufgeteilt in vier Konzertchöre. Beim heutigen Konzert ist der Haydnchor zu erleben. Die vier Chöre geben rund 300 Konzerte jährlich vor fast einer halben Million Zuschauern in der ganzen Welt. Jeder der Chöre verbringt neun bis elf Wochen eines Schuljahres auf Tournee. Jedes Jahr fahren die Sängerknaben in die USA, nach China, Japan, Südkorea sowie in verschiedene europäische Länder; alle zwei bis drei Jahre nach Lateinamerika, Australien und Neuseeland. Dazu kommen Auftritte in der Wiener Staatsoper, der Volksoper und im Rahmen der Salzburger Festspiele.
Das Repertoire reicht vom Mittelalter bis zur Gegenwart, von klassischer Chormusik über Weltmusik bis hin zu Pop- und Filmmusik. Ein wichtiger Bestandteil des Konzertprogramms sind die eigenen Produktionen von Kinderopern. Zuletzt wurde Gerald Wirths Oper »1398 - Der Bettelknabe« im Wiener Musikverein uraufgeführt. Zurzeit entsteht eine neue Oper über Goten, Angeln und Römer: »Die Invasion der Barbaren« hat 2013 im neuen, eigenen Konzertsaal der Wiener Sängerknaben Premiere.
Künstlerischer Leiter der Sängerknaben ist Gerald Wirth, Präsident Senator h.c. Prof. KR Walter Nettig.

