Traditionsgemäß erwartet den Dresden-Besucher ein breit gefächertes kulturelles Angebot. Namhafte Ensembles – die Sächsische Staatskapelle, die Dresdner Philharmonie, der Kreuzchor und das Opernensemble – stehen dafür ebenso wie weltbekannte Sammlungen von Gemälden, Porzellan und Pretiosen oder die älteste Kunsthochschule Deutschlands. Doch in Dresden hat auch die Moderne ihr Zuhause: Oper, Schauspiel und Operette präsentieren interessante Inszenierungen.
Höchste künstlerische Ansprüche erfüllen die Dresdner Musikfestspiele, die in die Reihe der großen Festspielorte aufgestiegen sind. In jedem Jahr gastieren hier internationale Künstler und bringen die Blüte der Musikwelt nach Dresden, aber auch einheimische Solisten und Ensembles strahlen das Dresdner Musikleben nach außen.
Im ausgehenden 17. Jahrhundert war die kursächsische Hauptstadt Dresden die Residenz des territorial drittgrößten, wirtschaftlich führenden deutschen Landes. Die starke ökonomische Basis Sachsens bildeten die Silber- und Buntmetallvorkommen des Erzgebirges; nicht minder wohlentwickelt war die Landwirtschaft. Die geographische Lage im Herzen Mitteleuropas war günstig für die Einflüsse mannigfacher kultureller Strömungen. Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts war für Dresden besonders glanzvoll, da zu jener Zeit die sächsischen Kurfürsten zugleich Könige von Polen waren.
Wusste August der Starke sein Land noch wirtschaftlich und kulturell zu fördern, brachte Friedrich August II. durch Kriege und ihre Folgen der Musikgeschichte Dresdens eine starke Zäsur. Die großartige Blüte auf allen Gebieten der Kultur lässt sich jedoch nachvollziehen in den zahlreichen Schlössern und anderen Barockarchitekturen in Dresden und Warschau. Unter den Kunstsammlungen zählt die Gemäldegalerie heute zu den berühmtesten. Die Musik erlangte in Kirche und Kammer sowie im Rahmen der großen Hoffeste mit ihren Theaterdarbietungen eine dominierende Position.
Der Bevölkerung gab man Gelegenheit, im Bereich von Kirche und Theater an den Aufführungen teilzuhaben. Das allgemeine Interesse an italienischer Oper, italienischem und französischem Schauspiel war sehr groß. Eintrittskarten wurden kostenlos verteilt, Bedingung für den Einlass war lediglich eine »anständige propre Kleidung«, wie es hieß.